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Lohnsteuer / arbeitgebereigene E-Fahrzeuge

von Angelika Schmatz   ●   13.01.2022 00:00

Das Bundesministerium für Finanzen hat der WKÖ folgende Information
zur lohnsteuerlichen Behandlung bestimmter Sachverhalte im Zusammenhang mit einem Firmen-Elektrofahrzeug übermittelt:

 

Aufladen des Firmen-Elektrofahrzeuges

Die Lohnsteuerrichtlinien 2002 (LStR 2002) regeln in der Rz 175, dass mit dem Sachbezugswert alle geldwerten Vorteile abgegolten sind, die mit der Nutzung des arbeitgebereigenen KFZ üblicherweise verbunden sind. Jedenfalls zählt zu den üblicherweise anfallenden Kosten nach der Verwaltungspraxis das unentgeltliche Aufladen eines arbeitgebereigenen Elektrofahrzeuges beim Arbeitgeber ebenso wie die unmittelbare Tragung der Treibstoffkosten durch den Arbeitgeber (also quasi die Beistellung des vollgetankten Fahrzeuges).

 

Treibstoffkosten für arbeitgebereigenes Firmen-Elektrofahrzeug

Vergütet der Arbeitgeber die dem Arbeitnehmer tatsächlich angefallenen Treibstoffkosten für ein firmeneigenes Elektroauto, liegt mangels Auslagenersatz beim Arbeitnehmer steuerpflichtiger Arbeitslohn vor.

Auslagenersatz liegt immer dann vor, wenn der Arbeitnehmer im Auftrag und für Rechnung des Arbeitgebers handelt. Der Begriff "Auslagen des Arbeitnehmers für den Arbeitgeber" setzt daher voraus, dass der Arbeitnehmer für einen Aufwand in Vorlage tritt, der seiner Art nach unmittelbar der Aufwandssphäre des Arbeitgebers zuzurechnen ist (VwGH 21.11.1990, 87/13/0183). Die Leistung von Auslagenersätzen darf daher nicht dazu führen, dass hierdurch eine Abgeltung von Aufwendungen entsteht, die nicht den Arbeitgeber selbst, sondern den Arbeitnehmer berühren, wie das bei Treibstoffkosten für nicht beruflich veranlasste Fahrten der Fall ist. Ein Interesse des Arbeitgebers (VwGH 21.11.1990, 87/13/0183) oder ein mittelbares Interesse an den Aufwendungen (VwGH 30.10.1968, 1003/67), weil es sich ja um ein Fahrzeug des Arbeitgebers handelt, reicht für sich betrachtet nicht aus, um einen Aufwand der Sphäre des Arbeitgebers zuzuordnen.

Das gilt selbst dann, wenn auf Grund eines separaten Zählers ein Herausschälen aus der Gesamtstromrechnung des Arbeitnehmers möglich wäre. Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Pauschalbetrag zur Deckung der Stromkosten, ohne auf die tatsächlich angefallenen beruflich veranlassten Kosten Bedacht zu nehmen, ist dieser ohnedies voll steuerpflichtig (vgl. VwGH 16.01.1985, 83/13/0227; VwGH 21.11.1990, 87/13/0183; LStR 2002, Rz 693). Beim Arbeitnehmer können aber die Stromkosten, welche auf die beruflich gefahrenen Strecken entfallen, im Wege der Veranlagung als Werbungskosten Berücksichtigung finden.

 

Einbau einer Elektroladstation am Wohnort des Arbeitnehmers

Die Beurteilung des Einbaus einer Elektroladestation am Wohnort als nicht steuerbar setzt die Ausschließlichkeit des Interesses des Arbeitgebers daran derart voraus, dass nach der Lage des konkreten Einzelfalles für den Arbeitnehmer ein aus dem Einbau resultierender Vorteil schlechthin nicht besteht (vgl. idS VwGH 21.04.2016, 2013/15/0259).

Selbst wenn es sich beim Elektro-Kfz um ein arbeitgebereigenes Kfz handelt, wird eine derartige Ausschließlichkeit nicht gegeben sein, sodass die Übernahme der Kosten für diesen Einbau einer Elektroladestation am Wohnort des Arbeitnehmers einen geldwerten Vorteil aus dem Dienstverhältnis darstellt und somit der Sachbezugswert anzusetzen ist.


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