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Fachkräfte finden und binden

Herausforderung und Chance am sich verändernden Arbeitsmarkt
von Angelika Schmatz   ●   03.11.2022 17:00

Anzugträger schüttelt Fachkraft die Hand

 

Der Arbeitsmarkt verändert sich. Wo sich früher viele Arbeitssuchende um eine freie Stelle beworben haben, sieht heute die Realität oft umgekehrt aus. Daher müssen sich Arbeitgeber überlegen, was sie anbieten können, um Fachkräfte finden und an ihr Unternehmen binden zu können. Es gibt ein Rennen der Firmen um die besten Arbeitnehmer:innen, vor allem in Bereichen, in denen qualifizierte und spezialisierte Fachkräfte benötigt werden. Aber wie positioniert man das eigene Unternehmen richtig, um in diesem Rennen die Nase vorne zu haben? Einige Informationen zum sich verändernden Arbeitsmarkt und Tipps wie man Fachkräfte finden und binden kann, erhalten Sie in diesem Artikel.

 

Generation Z und Corona – wie sich der Arbeitsmarkt verändert

Vor allem durch das Heranwachsen der sogenannten Generation Z, den jungen Menschen, die ab 2000 geboren wurden, sowie auch die Corona-Krise hat sich der Arbeitsmarkt in den letzten Jahren stark verändert. Die Digital-Natives sind anders aufgewachsen als die Generationen zuvor. Die vorherrschende Informationsflut und das 24/7 online sein, machen die eigene Work-Life-Balance deutlich wichtiger. Gerade nach den Einschränkungen durch Corona wollen aber allgemein viele Menschen die verpasste Freizeit nachholen und die Prioritäten haben sich neu geordnet. Viele junge Menschen finden ihren Lebenssinn nicht mehr im Job, sondern in anderen Lebensbereichen, für die sie auch genug Zeit haben wollen. Eine gute Bezahlung allein reicht vielen heutzutag nicht, es braucht mehr, damit sie ihre Zeit und sich selbst an ein Unternehmen binden.

 

Arbeitnehmer demonstrieren für mehr Rechte

 

Bewerbung einfach machen – verschiedene Kanäle nutzen

Zuerst stellt sich für einen Arbeitgeber die Frage, wie neue Mitarbeiter:innen gefunden werden. Um auf sich und die zu vergebende Stelle aufmerksam zu machen, sollte man diese in unterschiedlichsten Kanälen schalten: Verschiedene Jobplattformen, aber vor allem auch verschiedene Social-Media-Kanäle. Gerade bei letzteren ist es wichtig zu beachten, dass unterschiedliche Altersgruppen verschiedene Plattformen nutzen. Eine Lehrlingsstelle auf Facebook auszuschreiben hätte dabei wenig Sinn. Diese ist auf TikTok, Instagram oder gar Snapchat viel besser aufgehoben. Um die erste Hürde für die Interessenten möglichst gering zu halten, sollte eine Bewerbung schnell und einfach eingebracht werden können – auch mit dem Smartphone von unterwegs. Und wenn die Bewerbung so schnell verschickt ist, sollte auch eine Antwort vom Unternehmen möglichst bald folgen.

 

Das „Mehr“ am Arbeitsplatz – mit Zusatzangeboten Fachkräfte finden und binden

Allein eine Tätigkeit, selbst bei einem renommierten Unternehmen, ausführen zu können und etwas über den Kollektivvertrag bezahlt zu werden, lockt heutzutage niemanden mehr an einen Arbeitsplatz. Es muss einen Mehrwert geben – etwas, was mehr aus einem Beruf macht als nur einen Job. Das können Team-Events und Sportangebote, genauso wie Weiterbildungsmöglichkeiten und die Option einer 4-Tages-Woche sein, aber auch ein Engagement für die Umwelt oder soziale Ungerechtigkeit spricht gerade junge Menschen sehr an. Nutzen Sie dieses „Mehr“, um die freie Stelle in Ihrem Unternehmen von denen des Mitbewerbs abzuheben und zu etwas Besonderem zu machen. Dies wird auch dazu führen, dass die gewonnen Fachkräfte sich im Unternehmen wohl fühlen und langfristig bleiben. Die Zusatzangebote sollten authentisch sein und zum Unternehmen passen, aber ansonsten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

 

Mitarbeiter bei einer Teambuilding-Übung

 

Fachkräfte binden durch Verantwortung und Mitspracherecht

Wenn alles gut gelaufen ist und neue Mitarbeiter:innen gefunden sind, kommt nun die Frage im Unternehmen auf, wie man diese qualifizierten Fachkräfte an sich binden kann. Wesentliche Punkte hierbei sind flache Hierarchien, Verantwortung und Mitspracherecht. Wenn man jeden Tag schlicht die Aufträge abarbeitet, die man von oben diktiert bekommt, ist es nicht so wichtig, wer diese ausführt. Wenn man jedoch in einem Unternehmen arbeitet, das ein offenes Ohr für neue Ideen und Kritik hat, ist dies anders. Die Anliegen der Mitarbeiter:innen können ernst genommen und ihre fachliche Meinung zur Lösung neuer Herausforderungen miteinbezogen werden. Dies ist einerseits Motivation weiter an einem Projekt zu arbeiten, andererseits ist die Verantwortung diesem gegenüber eine viel größere. Einem solchen Projekt wird man nicht so leicht den Rücken kehren, wie einem weiteren aufgebundenen Auftrag von oben. Außerdem birgt diese Vorgehensweise viele Chancen für das Unternehmen. Schöpfen Sie das PotenzialI Ihrer Mitarbeiter aus - und vergessen Sie das positive Feedback nicht.

 

Sich als Arbeitgeber weiterentwickeln

Hat man es geschafft und konnte neue Fachkräfte finden und binden, sollte man seine Bemühungen nicht einfach einstellen und alles weiterlaufen lassen wie bisher. Um sich langfristig als attraktive/r Arbeitgeber:in zu positionieren, muss man mit der Zeit gehen und sich als ein/e solche/r stetig weiterentwickeln. Gerade in diesem Bereich ist das Feedback der Mitarbeiter:innen unerlässlich: Welche Angebote werden gut angenommen? Was kam nicht so gut an? Welche neuen Bedürfnisse haben die Mitarbeitenden und wie kann man als Arbeitgeber:in darauf reagieren? Auch hier ist die Kommunikation mit den Mitarbeiter:innen wesentlich, denn diese wissen am besten, was sie brauchen und welche Aspekte es sind, die ihren Job zum Traumjob machen.

 

Fachkraft arbeitet an Schreibtisch

 

Mit diesem Wissen und den genannten Tipps im Umgang mit den Veränderungen am Arbeitsmarkt, hat man den ersten Schritt Richtung Traumarbeitgeber:in gemacht und wird zukünftig viel leichter neue Fachkräfte finden und binden können.